Kuba

Erst Ry Cooder
Dann der Papst
Dann Obama.
Dann die Stones.
Jetzt wir.
Meinesgleichen fährt nach Kuba. Gerade so öko und gerade so links, dass der eigene Wohlstand weder gedanklich noch gar materiell in Gefahr gerät, erliegen wir jetzt, wo das Land von der freien Welt erobert wird, dem Reiz einer noch irgendwie unschuldigen Welt. Wir sind die Vorhut. Erfreuen uns an der Aufbruchstimmung im Land. Freuen uns, dass die Menschen anfangen aufzuhören, ihr Land verkommen zu lassen. Freuen uns, dass sie jetzt die Bürgersteige fegen, über die wir dann zur nächsten schon fast vergessenen Sehenswürdigkeit schlendern. Erzählen zu Hause, dass man jetzt dorthin kann. Verschweigen, dass man schon lange dorthin kann, dass es nur halt deutlich mühsamer war. Zuviel Abenteuer für uns Toscana-Verwöhnte.
Wenn die Geheimtipps von heute zum Ballermann von morgen verkommen sein werden, werden wir wieder hinfahren. Mountain-Bike-Touren machen zu den speziellen Orten, die noch nicht so touristisch sind. Wo man noch das (jetzt liebevoll für uns restaurierte) alte Kuba sieht und erlebt. Und abends wieder auf das ebenfalls frisch restaurierte kleine Landgut zurückkehren, auf dem wir zugucken können, wie biologischer Tabak angebaut und fair getradet wird. In Südfrankreich und in der Toscana werden sie neue Touristenlabels entwickeln müssen.
Wann fahre ich hin?
Wann werden Rumänien und Bulgarien (endlich?) soweit sein?

Wahrscheinlich bin ich einfach zu langsam für dieses Medium. Ich muss immer erstmal nachdenken. Manchmal ist es dann zu spät.
Irres Gefühl, dass ich jetzt in einer weltweiten riesigen Community kommuniziere. Millarden Menschen auf der Erde lesen meine Nachrichten. Theoretisch. Jedenfalls die, die im www unterwegs sind.
Ob Papst Franziskus wohl schon Internet hat? Aber doch bestimmt seine Berater. Die hätten dann diesen Brief ausgedruckt und ihn dem Papst auf den voluminösen Schreibtisch gelegt in eine schwere lederne mit Brokat verzierte Dokumentenmappe. Zur Kenntnisnahme. Wie heißt das wohl auf Latein: ‚Zur Kenntnisname’ ?
Nun ja, nun ist es zu spät. Dabei hätte ich so gerne gehabt, wenn er diesen Brief rechtzeitig bekommen hätte. Vielleicht hätte er mit der Entscheidung über das Rücktrittsgesuch des Limburger Bischofs noch gewartet. Bestimmt hätte er das.

Trelnah, den 29.02.2014 n.Chr.

Lieber Papst Franziskus.

Ich bin nur ein kleiner „nicht-so-richtig-aber irgendwie-doch-Gläubiger“ aus Deutschland. Aber Du hast ein großes Herz, und deshalb traue ich mich, einen Wunsch zu äußern:
Bitte, bitte behalte Tebarts van Elst noch im Amt, bis Frau Schavan deutsche Botschafterin im Vatikan ist. Ich möchte soooo gern hören, wie sie seinen Betrug und die damit verbundene Amtsenthebung kommentiert. Ist ja nicht mehr so lange. Büüü-ttt-e.

Mit frommen Grüßen

Martin Gehrigk